Die Wand

nach Marlen Haushofer

"Aber, wissen Sie, jene Wand, die ich meine, ist eigentlich ein seelischer Zustand, der nach außen plötzlich sichtbar wird." (Marlen Haushofer)

Auf einer idyllischen, verlassenen Berghütte findet sich eines Morgens eine Frau komplett isoliert vom Rest der Welt wieder - abgetrennt durch eine unsichtbare, undurchdringliche Wand - wie eine Glasscheibe, die offenbar über Nacht entstanden ist und das Tal auf allen Seiten weiträumig umgibt.
Auf sich allein gestellt, nur mit einem Hund "Luchs", und abgeschnitten von der Zivilisation ist die Städterin zur Selbstversorgung gezwungen.
Was bleibt von einem Menschen, der in vollkommener Isolation lebt - eingesperrt in der wilden Natur? Mit dieser kühnen Grundidee beschrieb Marlen Haushofer die existenzielle Einsamkeit des modernen Menschen.

"Schon damals schien es mir sicher, dass die Katastrophe von riesigem Ausmaß war. Ich nahm mir damals vor, jeden Tag im Kalender auszustreichen, das schien mir sehr wichtig. Ich klammerte mich geradezu an die spärlichen Reste menschlicher Ordnung, die mir geblieben waren. Nicht, dass ich fürchte ein Tier zu werden, das wäre nicht so schlimm, aber ein Mensch kann niemals ein Tier werden, er stürzt am Tier vorbei in einen Abgrund. Davor habe ich die meiste Angst."


"Die Wand" wurde 2012 auch erfolgreich mit Martina Gedeck in der Hauptrolle verfilmt.

Eine Produktion des Rottstr 5 Theaters

Mit
Lea Kallmeier
Regie Alexander Ritter
Regieassistenz Franka Siegmund
Ausstattung Alexander Ritter
Licht Simon Krämer