WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF?

Rottstr 5 Theater in Bochum | WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? [Fotos © Birgit Hupfeld]

von EDWARD ALBEE

PREMIERE: 16. MÄRZ 2012


martha: karin kettling
george: andreas bittl
nick: felix lampert
honey: pina kühr


regie: michael lippold

ausstattung: anne brüssel, natalia nordheimer
assistenz: lena schimmelpfennig

 

George:    Diesmal spielen wir bis zum Tod.
Martha:    Deinem!
George:    Du wirst Dich wundern. – Können wir?
Martha:    Wir können.

So sieht Idylle aus. Ein feines College in einer gepflegten Kleinstadt irgendwo an der amerikanischen Ostküste. Und am Ende dieser heilen Welt tobt der Ehekrieg. Martha und George sind über die Jahre zu wahren Kriegsprofis geworden. Sie, die verwöhnte Tochter des Uni-Rektors, und er, der pessimistische Geschichtsdozent. Kinderlos, skrupellos. Zu ihren großen, nächtlichen, alkoholgetränkten Schlachten laden sie sich ein ganz besonderes Publikum: junge Paare, Amateure, Anfänger, als Zeugen und Blitzableiter. Sie manipulieren sie. Sie ziehen sie auf ihre Seite. Jedes Mittel ist ihnen recht.

So wie bei Nick und seiner Frau Honey. Die beiden kommen auf einen Drink und werden bald in das perverse Spiel hineingezogen. Doch diese Nacht ist eine ganze besondere Nacht. In dieser Nacht haben Martha und George beschlossen, dass sie weiter gehen als bisher. In dieser Nacht soll sie stattfinden, die letzte große Schlacht. Der totale Krieg. Bis zum bitteren Ende, an dem es nur Verlierer und Tote geben kann.

Oder doch so etwas wie Hoffnung auf einen neuen Morgen?

Edward Albee entlieh den Titel seines Stücks einem zufällig entdeckten Toilettengraffiti: „Who’s afraid of Virginia Woolf?“. Die Zeile spielt mit dem Titel eines Kinderliedes: „Who’s afraid of the big, bad wolf?“ Wer fürchtet sich vor einem Leben ohne falsche Illusionen? Mit intelligentem Wortwitz, ganz so, wie es seine beiden Protagonisten schätzen, betitelt Albee auch die drei Akte seines Stücks: „Spaß und Spiele“, „Walpurgisnacht“ und „Exorzismus“. Dahinter verbirgt sich nichts Geringeres als die Lust am Exzess, eine Nacht orgiastischer Liebe und Hexenbeschwörung – und die Austreibung der Dämonen, die die Seele beherrschen.

   
pressestimmen   

Während des zweistündigen Stücks werden die […] Zuschauer Zeugen eines Ehekriegs, der sich zum regelrechten Psychoterror entwickelte und nur haarscharf einer tödlichen Wende entging. (Ruhr Nachrichten)

In Wort und Tat offenbart sich […] unmittelbar Monströses. (WAZ)

Einem einfachen Reaslismus ist somit buchstäblich schon der Bühnenboden entzogen, in der Folge zelebriert Lippold jede Konversation als Kampf. (WAZ)

Eine feine Ensembleleistung. (WAZ)

Auf der Dampfkessel-Bühne mit seinem engen Publikumskontakt entfaltete die berühmte Zimmerschlacht im Neu-England-Akademiker-Milieu aus den Sechzigern eine besondere Intensität. (WAZ)

In Wort und Tat offenbart sich aber unmittelbar Monströses. Hier brilliert Bittl als Zeremonienmeister (...). Er spielt einen wahrlich fulminanten George. (WAZ)