JOHANNA-STIMMEN

Rottstr 5 Theater in Bochum | JOHANNA - STIMMEN 

Mit: Johanna Wieking

Regie: Michael Lippold

 

Premiere: Samstag, 19. Mai

 

Wie viel  Johanna steckt in Johanna? Diese Frage stellen sich Schauspielerin Johanna Wieking  und Regisseur Michael Lippold.

Wer aber war „La Pucelle“ wirklich?
Fanatische Glaubenskriegerin, gottgesandte jungfräuliche Retterin Frankreichs, gefeierte Nationalheldin, wundervollbringende Heilige, exkommunizierte Hexe, stimmenhörende Schizophrene, manipulierter Spielball der Mächtigen,  oder doch nur eine Schauspielerin in einer geschickten Inszenierung, keine Schafhirtin sondern gebildete Tochter eines Landadeligen, die auf ihre Aufgabe als „Jungfrau“ bewusst vorbereitet und jahrelang in Kampfeskunst trainiert wurde?

Gemeinsam gehen Wieking und Lippold auf die Suche nach dem Mythos Johanna von Orleans. Was ist historische Wahrheit, was Legende? Sind sie und ihre Geschichte noch in unserem kollektiven Gedächtnis? Denken Eltern an sie, wenn sie ihre Tochter Johanna nennen? Und was denkt ein solches Mädchen, wenn es zum ersten Mal von der Heldin in Rüstung und Schwert hört, die nur durch die Kraft ihres Glaubens Frankreich gerettet hat?

Ein Kind, ein unschuldiges Wesen, bleiben zu wollen und in Fantasiewelten flüchten zu wollen, kennt Johanna Wieking von sich selbst. Vielleicht war dies der Auslöser, Schauspielerin werden zu wollen:  Ein großer kindlicher Spieltrieb, der ihr die Kraft verleiht, Heldinnen wie Johanna von Orleans zu verkörpern.

Johanna.Stimmen | Rottstr 5 Theater | Trailer from ROTTSTR5THEATER on YouTube

 

PRESSESTIMMEN
Wie wirkmächtig der Mythos der furchtlosen Kriegerin, die im Hundertjährigen Krieg den Truppen des Dauphins zu einem Sieg über Engländer und Burgunder verholfen hat, schließlich an die Engländer ausgeliefert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, auch heute noch ist, wird deutlich, wenn Johanna Wieking aus ihrer Rolle der französischen Bauerntochter heraustritt und zu ergründen sucht, was Mütter bewegt, ihren Töchtern den Vornamen „Johanna“ zu geben. Selbstbewusstsein und Stärke werden mit der berühmten Jungfrau und ihrem Namen verbunden.
Wieking und Lippold zeigen die Unstimmigkeiten in der Vita, die Johanna angedichtet wird, auf. Ein heutiges Karnevalskostüm zeigt, welche Wunschvorstellungen derzeit mit Johanna von Orléans verbunden werden: stark und zugleich unverkennbar weiblich.
(Stadtspiegel Bochum)
 
Johanna Wieking liest eine Passage aus Friedrich Schillers Drama "Die Jungfrau von Orleans", dann sagt sie: "Wow. Toll. Hätt' ich jetzt gar nicht besser ausdrücken können." Schon jetzt zeigt sich, mit welcher koketter Leichtigkeit sich die Junge Schauspielerin die Rolle der Jeanne D'Arc angeeignet hat. Doch in den nun  folgenden 90 Minuten beherrscht sie auch die Gestresste, Geschockte, die Mutige und von Selbstzweifeln geplagte.
Belegt zumindest ist, dass "das Mädchen aus Lothringen" am 29. Mai 1431 ihr Ende auf dem Scheiterhaufen auf dem Marktplatz von Rouen fand. Wieking steigt auf die Heuballen, Theaternebel umhüllt sie. Starker Applaus, sieben Vorhänge.
(WAZ)