FRÄULEIN ELSE

Rottstr 5 Theater in Bochum | FRÄULEIN ELSE

nach ARTHUR SCHNITZLER
IN EINER FASSUNG VON CHARLENE MARKOW

 

PREMIERE: 28. APRIL 2012


else 1: verena schulze
else 2: anja signitzer / lisa balzer

regie: charlene markow

 
Else kommt zu sich und kann sich nicht erinnern. Ihre Arme und Beine sind fixiert. Der Raum gibt keinen Anhaltspunkt, wo sie sich befindet. Und wer ist die Frau mit dem Notizblock, die ihr Fragen nach ihrer Familie und ihrem Sexleben stellt, obgleich sie doch auf jede Frage die Antwort bereits zu wissen scheint?

Basierend auf Schnitzlers Fräulein Else inszeniert Charlene Markow den inneren Monolog einer jungen Frau als psychologischen Dialog einer gespaltenen Persönlichkeit, deren Bewusstsein sich aufhängt an dem was es zu verdrängen sucht.
Dicht und konzentriert, morbide und verspielt  - die eigene Existenz wird in Frage gestellt, doch am Ende weicht der Verstand „Ich bin doch wach, ich bin hundertmal, tausendmal wach“  der Gewissheit „Ich träume“ aus.

Else_1
Soll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Aber nicht mitschreiben – lassen Sie den Stift fallen.

Else_2
Sie können mir alles sagen, Else, dafür bin ich da. Jedes Geheimnis ist bei mir sicher.

Else_1
Ich bin polymorph-pervers.

Else_2
?

Else_1
Das bedeutet, jeder Teil meines Körpers bereitet mir sexuelles Vergnügen. Meine Füße, meine Knie, mein Bauch, meine Schultern, meine Ohren – das ist dionysisch.

Else_2
Sie sind mit Nietzsche vertraut?

Else_1
Wissen Sie, für eine Perlenkette oder ein Palais würde ich mit so ziemlich jedem vertraut werden.

 

pressestimmen

Viel Lob und einen langen Applaus für Fräulein Else. (Ruhr Nachrichten)

Markows Inszenierung erzählt nicht die altbackende Geschichte vom Druck der gesellschaftlichen Normen und dem darunter zerbrechenden Individuum. Derlei klingt an, doch im Mittelpunkt steht die innere Zerrissenheit der jungen Frau. (WAZ)

Spannende und schizophrene Dialoge. (Ruhr Nachrichten)

Futuristisch wummern tiefe Bässe, Science-Fiction-Klangwelten, dazu kaltes Licht, an der Wand Tomographien des menschlichen Schädels (…) Ein minimalistisches Labor, in dem herausgefunden werden soll, was im Kopf von Fräulein Else vorgeht. (WAZ)

Eine Zerrissene im Laboratorium. (WAZ)

Charlene Markow erzählt die Geschichte (…) von hinten und hat den Text drastisch zu einem Dialog umgebaut. Sie spaltet die Hauptfigur in eine naive, emotionale Else (Verena Schulze) und eine scheinbare Psychologin mit reichlich Insider-Wissen (Anja Signitzer). (WAZ)

Fräulein Else ist (bei Markow) ein Psycho-Kammerspiel, das in einer knappen Stunde abläuft, und dank zweier hervorragender Darstellerinnen, einen interessanten Blick in die Psyche zu werfen versucht – eine Entschlüsselung aber kann und sollte nicht geleistet werden. (WAZ)

Wie „Fräulein Else“ 88 Jahre nach Erscheinen der Novelle geradezu unter die Haut gehen kann, hat Charlene Markow am Rottstr5Theater in Bochum eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Ein Hoch auf die angebliche Theater-Provinz! (Herner Sonntagsnachrichten)