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Was muss passieren, damit ein Mensch die Geduld verliert? Unter dem Titel „Una donna sola“ geht der Literaturnobelpreisträger Dario Fo dieser Frage nach. Erschienen ist der Text in der berühmten Monolog-Sammlung „Nur Kinder, Küche, Kirche“, die er mit seiner Frau Franca Rame erarbeitete.
Maria, eine eigentlich brave Ehefrau, gerät immer mehr unter Druck. In ihr ereignisloses, gut sortiertes Eheleben brechen Irritationen und Belästigungen von außen ein. Alles ist zu ertragen, bis ihre Nachbarin, die für sie ein wichtiger Bezugspunkt war, den Kontakt abbricht. Sie ist einfach nicht mehr da. Und plötzlich geht es nicht mehr. Maria rastet aus. Sie will nicht mehr, sie rebelliert, sie räumt auf – sehr gründlich und sehr blutig.
Doch wie bei Franca Rame und Dario Fo nicht anders zu erwarten, ist dieser Text keine Tragödie, sondern eine urkomische und böse Farce.
Als Titel für ihre erste Regie-Arbeit im Erwachsenenprogramm des Rottstr5Theaters wählte TRUFFALDINOS-Leiterin Tanja Grix das Motto einer Demonstration der neuen Frauenbewegung Italiens: TAG DES ZORNS. Dennoch geht es der Regisseurin nicht um eine altbackene Feminismus-Debatte, sondern um die Frage, wie viel ein Mensch ertragen kann. Und wie wenig machmal nötig ist, dass alle Wohlerzogenheit und bürgerliche Fassade zusammenbricht.
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