mit 

nils beckmann

 

 

 

 

 

gunda gottschalk (violine)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

regie: 

johannes thorbecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GASTSPIEL THEATER GEGENDRUCK

 

 

 

 

 

Büchner schildert in einer dichten schnörkellosen Sprache nicht nur die Depressionen und Rauschzustände der Hauptfigur. Angeklagt wird in LENZ auch eine in Konventionen erstarrte Gesellschaft, die für unangepasste Außenseiter keinen Platz hat. “Die Welt, die er hatte nutzen wollen, hatte einen ungeheuren Riss.” (Büchner)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nils Beckmann rezitiert Passagen aus Büchners Novelle, um übergangslos in die Rolle des depressiven Lenz zu schlüpfen. Er verschafft den Zuschauern tiefe Einblicke in das extreme Seelenleben des jungen Dichters, transportiert Lenz' innere Zerrissenheit nach außen. Lenz, der sich auf eine Reise ins kleine Bergdorf Waldbach zu Pfarrer Oberlin begeben hat, um zur Ruhe zu kommen und der Tollheit des bürgerlichen Lebens zu entfliehen, erlebt immer wieder Anfälle, die dem Wahnsinn nahe kommen. Untermalt wird seine Gefühlswelt durch Geräusche und Klänge, durch Melodien und Streichfragmente auf der Geige sowie Vokaleinlagen und teils gutturale Laute der Musikerin Gunda Gottschalk. (WAZ)

 

 

 

 

 

Die szenische Ausdeutung von Georg Büchners Erzählung auf der Bühne ist und bleibt eine Herausforderung. Doch dem Schauspieler Nils Beckmann und der Klangkünstlerin Gunda Gottschalk ist hier unter der Regie von Johannes Thorbecke eine überaus treffsichere Lösung gelungen. Das Premierenpublikum in der Altstadtschmiede war schließlich vollends in ihren Bann gezogen, ja sichtlich ergriffen. (Recklinghäuser Zeitung)

 

 

 

 

 

Nils Beckmann brilliert darin, die Grenzen zwischen lakonischer Rezitation und einer oft emphatischen gestischen Verkörperung extremer Seelenzustände sehr fließend zu ziehen. Wild gestikulierend dringt er in das Seelenleben Lenz' ein, zuweilen von hysterischen Lachern und autoaggressiven Anfällen beherrscht. (Recklinghäuser Zeitung)

 

 

 

 

 

Gunda Gottschalk zeigt sich hier als fabelhaftes Multitalent in Sachen „freie Improvisation“. Sie streicht skizzenhafte Melodiefragmente auf ihrer Violine, artikuliert subtile Vokaleinlagen und setzt immer wieder verstörende Impulse durch abrupte Überraschungsmomente. Steinhaufen klatschen auf den Bühnenboden. Metallelemente schlagen aneinander. Manchmal drohen die manisch-depressiven Gefühlswallungen des Jakob Lenz regelrecht zu bersten. Dissonante Streicherfiguren deuten auf diese extreme nervöse innere Unruhe. Arpeggios in Moll, wie sie der Minimal Music eines Philip Glass entstammen könnten, suggerieren schwere Traurigkeit, die dem Schicksal des Lenz innewohnt. (Recklinghäuser Zeitung)