PREMIERE: 9. APRIL 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

brunhild 

christiani c. wetter

 

 

 

 

hagen 

niklas herzberg

 

 

 

 

gunther 

björn geske

 

 

 

 

siegfried 

felix lampert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

regie: 

arne nobel

 

 

 

 

bühne und kostüme: 

arne nobel

 

 

 

 

dramaturgie: 

hans dreher

 

 

 

 

textfassung: 

hans dreher, arne nobel

 

 

 

 

ton: 

oliver paolo thomas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nennung für Arne Nobel als bester Bühnenbildner für ISENSTEIN in der Kritikerumfrage 2011 von THEATER PUR

 

 

 

 

 

Nennung für den Nibelungen-Zyklus als wichtigstes neues deutschsprachiges Stück in der Kritikerumfrage 2011 von THEATER PUR

 

 

 

 

 

Zu einer Zeit, in der all die Völker der Erde in Bewegung waren, sie hungernd nach Öl und Uran durch die Steppen und abgeholzten Urwälder zogen; als sie Gebirge erklommen und Ozeane durchschnitten; Mond, Mars und Alpha Centauri beharkten – zu jener Zeit also sandte ein lediger König aus Burgund seinen treuesten Krieger ins Isenland; denn dort, so hieß es, lebte die stolz-schöne Königin Brunhild, Tochter des Odin, vergleichbar nur mit Helena, stark und fruchtbar... Der Krieger Hagen sollte für seinen König um sie werben. Begleitet von den Kamerahubschraubern der Yellow-Press neigte der Krieger sein Haupt vor der Königin Brunhild und bat in des Königs Namen um ihre Hand. Alles hätte gut gehen können, wenn nicht in jenem Moment Sonne und Mond einander am Himmel begegneten und vor Schreck für einen kurzen Augenblick vergaßen, ihre Arbeit zu tun! In dieser höllischen Mikrosekunde konnte die ganze Welt zusehen, wie das unaufhaltsame Unglück begann.

Weit entfernt hieb Odin, der Vater der vermeintlichen Braut, seine Faust ins Meer und dort, wo eben noch der Mittagsverkehr durch propere Küstenstädte, verstreut über den ganzen Globus, pulsiert hatte, wo sich sauber gepflügte Äcker ausgebreitet hatten, Gewächshäuser penibel aneinander gereiht waren, verschlang nun eine dicke schwarze Brühe, aufgetürmt bis zu einer Höhe von 80 Metern, zuerst die Deiche, brach sie, als wären sie aus Styropor geformt, setzte über berstende Fernstraßen hinweg und drang meilenweit ins Binnenland. Mit gnadenloser Wucht riss der Tsunami alles mit – Dächer, Etagen, ganze Häuser; Schiffe, Busse, Panzer; sie rutschten tiefer und tiefer ins Land hinein. Und immer vorweg diese riesige Schmutz-, Müll- und Schrottlawine, in der ganze Städte zu Schutt zermahlen wurden. Es war, als versinke die Welt im Meer oder Erdspalten, die sich überall auftaten und selbst modernste Autobahnen und Flugplätze zerrissen.

So etwa ging die Welt unter, dort lichterloh brennende Ölraffinerien von Chiba bis Texas, hier eine veritable Feuerkaskade, die sich von Xanten aus über den ganzen Kontinent wälzte, obwohl er vom öligen Wasser durchnässt war. Piraten und Kriegsflotten wurden von Wellen hochgehoben und auf die Hafenmolen niedergeschmettert. Ganze Herden von Kriegsrössern wurden mit einer hässlichen Handbewegung von der Flut zur Seite gewischt. Und dann explodierten die Atom-Vulkane, und es kam der Blitzschlag und der Ascheregen.

Zurück blieben Wüsteneien und wenige sichere Burgen, die bald, allzu bald von Armeen berannt wurden, weil die letzten Überlebenden in Ihnen Vorräte suchten. Isenstein war von Wasser und Feuer und Gift verschont geblieben, doch der Unterhändler Hagen und die schöne Brunhild hatten niemanden hereingelassen. Isenstein war belagert...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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