Ja, sie spielen uns tatsächlich etwas vor, die drei vermeintlichen Revolverhelden Heiko Mittelhockamp (Vocals), Frank Peternelly (Drums), Axel Stahlhut-Klipp (Guitar) und ihre entzückende Braut Ulla Jacobsen an Bass und Mikrofon. Doch das musikalische Programm, das die vier da abfeuern, ist eine Rock'n'Roll-Show der Extraklasse. Drei der Bandmitglieder blicken bereits auf lange Bühnenerfahrung in legendären Ruhrgebietsformationen wie den ZARTHS, ATOMOPEL, FAST CARS oder BOBS AND PATTIES zurück, doch der Neuzugang Heiko Mittelhockamp alias Percy Driftwood ergänzt ihr routiniertes Zusammenspiel durch seinen DJ-Background und seine kongeniale Performance als Frontmann wie die letzte Kugel in der Revolvertrommel. In ihren schwarzen Western-Style-Dresses legen die vier einen erfrischenden Rockabilly-Sound vor, der auf der Stelle das Nervöse-Beine-Syndrom auslöst. Das treibende Schlagzeug und der Gitarrensound geben den Grundrhythmus vor, während der Bass und die zweite Stimme von Ulla Jacobsen dem markanten Gesang Mittelhockamps den nötigen Freiraum gibt. Eigenkompositionen, wie „Hypocrite Gun Show“, „Pretty Boy Floyd“ oder „You gotta gander“ werden mit gut abgehangener Indie-coolness vorgetragen und wechseln sich ab mit großartigen Cover-Versionen von „Out of time“ (Blur), „Times like these“ (Foo Fighters) oder „Sex Beat“ (Gun Club). So souverän, wie HYPOCRITE GUN SHOW ihr Programm abfeuern, könnten sie auch den Soundtrack für den nächsten Tarantino-Streifen abliefern – it's hot, it's cool, it's Rock'n'Roll.