Fotos © Birgit Hupfeld

 

 

 

 

titel_Disneykiller

 

 

 

 

 

PREMIERE: 9. FEBRUAR 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

presley stray 

marco massafra

 

 

 

 

haley stray 

marina frenk

 

 

 

 

cosmo disney 

sebastian zumpe

 

 

 

 

mistgabel cavalier 

arne nobel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

regie: 

michael lippold

 

 

 

 

bühne und kostüme: 

sarah bernardy

 

 

 

 

assistenz: 

miriam patora

 

 

 

 

 

 

 

 

Nennung für Marco Massafra als bester Nachwuchsküntler in der Rolle des Presley Stray in DER DISNEYKILLER in der Kritikerumfrage 2010 der WELT AM SONNTAG NRW

 

 

 

 

 

 

Nennung für Marco Massafra als bester Nachwuchsschauspieler in der Rolle des Presley Stray in DER DISNEYKILLER in der Jahresumfrage 2010 von THEATER HEUTE

 

 

 

 

 

 

 

Presley und Haley sind Zwillinge, 28, benehmen sich wie acht, ernähren sich von Schokolade und Tabletten und leben allein zusammen. Ihre Eltern sind fort, gegangen, gestorben – ein Verkehrsunfall, eine geheimnisvolle Krankheit, eine atomare Katastrophe –, sie können sich nicht erinnern. Jede Nacht, wenn Haley ihren unruhigen Tablettenschlaf hält, bekommt Presley Besuch von Cosmo Disney, dem Disneykiller mit der Mistgabel, der sich geschworen hat, alle Kinder auf der Welt umzubringen.

 

 

 

 

 

 

Presley:

Die ganze Welt ist eine Ödnis. Schwarzer Himmel, schwarze Erde, schwarzes Nichts. Einige Stellen schwelen noch, werden nur vom sanften Schneefall abgekühlt.

 

 

 

 

Haley:

Hört sich schön an.

 

 

 

 

Presley:

Es hat eine gewisse Schönheit.

 

 

 

 

 

 

DER DISNEYKILLER des britischen Autors Philip Ridley ist ein berührender Endzeitblues, ein komödiantisches Apokalypsemärchen im Kakerlaken-Glitzergewand. Mit Witz und einem zielsicheren Gespür für gespenstisch-schöne Stimmungen rührt Ridley an die ureigensten menschlichen Ängste, die uns bis heute bestimmen. Nach seinem großen Boom vor fast zwanzig Jahren wird dieses faszinierende Stück nun in Bochum wieder entdeckt. Auch als ein großes Stück Schauspielertheater.

 

 

 

 

 

 

 

 

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In Philip Ridleys DISNEYKILLER hat der Traum die Realität längst abgelöst, nur dass die Geschwister Presley und Haley von Albträumen statt von optimistischen Phantasien überrannt werden. Ihr Weltentwurf gleicht einem Endzeitszenario, ihr Dasein einem verwahrlosten Entrücktsein. Das Stück des britischen Autors wurde 1991 in London uraufgeführt, 1992 war die deutschsprachige Erstaufführung am Deutschen Theater in Berlin. Michael Lippold nimmt es sich als comic-komödiantisches Schauspielertheater vor. (nachtkritik.de)

 

 

 

 

 

Eine Mischung aus schutzbedürftiger Naivität und kratzbürstiger Einsiedlerin ist Marina Frenks Haley. Jogginghose unterm Kleid, zerzauste lange Haare und wissbegierige blaue Augen, die alles über die kaputte Welt nach dem Atombombenwurf erfahren wollen. Marco Massafras Presley visualisiert sie sich mit geschlossenen Augen und ausgebreiteten Armen wie ein Sektenführer. (...) Massafra ist mal der ängstliche Junge, der Berührung vermisst, mal der brutale Narziss, der verletzt, wenn er berührt. Denkt Presley an seine toten Eltern, verkrampfen sich Massafras lange Finger. Erzählt Presley einen Kindheitstraum, steckt Massafras taucherbebrillter Kopf unter einem Mülleimer – dann ist er Astronaut. Der Schauspieler mit dem Hang zur grotesken Darstellung variiert wunderbar zwischen lebensfremder Verschrobenheit und verstörender Normalität. (nachtkritik.de)

 

 

 

 

 

Michael Lippold vertraut auf das komödiantische Talent seiner hervorragenden Schauspieler. Es ist erfrischend, das Stück nicht als realistische Sozialkritik serviert zu bekommen. (nachtkritik.de)

 

 

 

 

 

Brillant inszenierter Alptraum. Kleiner, fieser Geniestreich. (Ruhr Nachrichten)

 

 

 

 

 

Absolut überzeugend verkörpern die Schauspielhaus-Mimen Marina Frenk (Hayley) und Marco Massafra (Presley) das krude Geschwisterpaar. Zwei körperlich Erwachsene, die in der selbstverordneten Abgeschiedenheit ihres einstigen Elternhauses wie Kinder herumalbern, kuscheln und streiten, sich nur von Schokolade ernähren. Und sich dabei einreden, ein Atomkrieg hätte die Welt vor der Haustür mit all ihren menschlichen Abgründen vernichtet. Tragisch und komisch zugleich. (Ruhr Nachrichten)

 

 

 

 

 

Jungschauspieler Sebastian Zumpe benötigt nur wenige Augenblicke, um mit der Rolle des ekelhaft selbstverliebten und gelackten Kindermörders im Glitzerjackett zu verschmelzen. Mit beängstigender Intensität gibt er den Fiesling. Den mephistophelischen Verführer, der Presley erst vor die Füße kotzt und dann homoerotisch berzirzt. (Ruhr Nachrichten)

 

 

 

 

 

Die bizarren Gewaltphantasien gipfeln im Auftritt des Disney-Handlangers: dem Mistforken-Kavalier (Arne Nobel). Auf Plateauschuhen wankt der Gruselmann mit Clownsfratze und Lederhalsband wie ein Zombie durchs Theater - und raunt kratzig ein Schlaflied. Schaurig schön! (Ruhr Nachrichten)

 

 

 

 

 

Wirklich bemerkenswert, was Schauspielhaus-Ensemblemitglied Michael Lippold als Regisseur aus Philip Ridleys ebenso feinsinnigem wie schonungslos brutalem Bühnenstück herausgeholt hat. Der kleine Geniestreich ist ihm nicht zuletzt deshalb gelungen, weil er auf vier brillante Darsteller zählen kann. (Ruhr Nachrichten)

 

 

 

 

 

Michael Lippold inszeniert grandios ein Endzeitmärchen im ROTTSTR5 Theater. (WAZ)

 

 

 

 

 

Das finstere Märchen mit seinen popkulturellen und religiösen Dimensionen bringt die Inszenierung facettenreich auf die Bühne. Regisseur Michael Lippold gelingt mit hervorragenden Darstellern eine Interpretation, die das optimistische Flämmchen in der Vorlage kräftig anbläst. (WAZ)