PREMIERE: 10. JUNI 2010

 

 

 

 

 

spiel 

rahel juliane weiss

 

 

 

 

gesang 

nora becker

 

 

 

 

musik 

gabor bodolayh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

regie: 

lisa overmann

 

 

 

 

ausstattung: 

inga habicht

 

 

 

 

dramaturgie: 

emese bodolay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich habe es satt, unter lauter Verrückten zu leben, das einzige, was ich mir wünsche, ist ein bisschen Normalität, aber ich habe das Pech gehabt, eine Exzentrikerin zu heiraten.“

 

 

 

 

 

Esteban Trueba möchte das Leben als angesehener und bewunderter Mann in seinem herrschaftlichen Prunkbau, dem „großen Eckhaus“, verbringen. Doch seine hellsichtige Ehefrau Clara ignoriert diesen Wunsch. Nicht genug damit, dass sie jedem Bedürftigen ein Dach über dem Kopf bietet, deshalb ständig an- und umbaut und so das Haus immer voller fremder Gesichter ist: Sie kann darüber hinaus mit Geistern kommunizieren. Diese sind wie Mitbewohner, nicht für alle sichtbar, jedoch für alle spürbar. Trueba verzweifelt über den Fähigkeiten seiner Frau, aber er ist gezwungen, die Anwesenheit der ungebetenen Gäste zu akzeptieren – bis Clara stirbt und zugleich die politische Situation Chiles eskaliert.

 

 

 

 

 

„Meine Großmutter Clara schrieb fünfzig Jahre in ihre Lebensnotizhefte. Sie hat sie geschrieben, damit sie mir dazu dienen, die Dinge der Vergangenheit zu entreißen und mein eigenes Entsetzen zu überleben.“

 

 

 

 

 

DAS GEISTERHAUS ist ein politischer und zugleich persönlicher Roman. Er entstand aus einem Brief, den Isabel Allende an ihren sterbenden Großvater geschrieben hatte. Das große Thema des Romans, und damit auch der Inszenierung, ist der Kampf zwischen Erinnern und Vergessen sowie die Möglichkeiten von Geschichtsschreibung. Wie können wir Erlebtes weitergeben, dem Vergessen entreißen und am Leben erhalten? Und was, wenn die Geschichte mit der Hölle nur geschwindelt ist?