Fotos © Birgit Hupfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PREMIERE: 27. AUGUST 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

mit 

björn geske

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

regie: 

arne nobel

 

 

 

 

dramaturgie: 

thomas thieme

 

 

 

 

assistenz: 

charlene markow

 

 

 

 

 

 

 

 

 

RICHARD III. gilt als einer der übelsten Shakespeare-Schurken. Als Grundlage für die Version des ROTTSTR5 Theater! nutzt Regisseur Arne Nobel die Textversion, die Luc Perzeval und Tom Lanoye für ihr Monumental-Epos SCHLACHTEN erarbeiteten, als Basis. Gemeinsam mit Dramaturg Thomas Thieme entwickelte er daraus eine eigene Textversion, die Shakespeares Originaltext in der Übersetzung von Schlegel/Thieck mit einbezieht, genauso wie Zitate aus RAMBO, TERMINATOR und anderen Filmen..

 

 

 

 

 

Thomas Thieme (Dramaturgie): 1998 drückte mir der damalige Intendant des Schauspielhauses zu Hamburg und Schauspielintendant der Salzburger Festspiele, Frank Baumbauer, einen Leitz-Ordner in die Hand: Shakespeare, Lanoye, Perceval – SCHLACHTEN! (TEN ORLOG). Dem Regisseur Perceval war ein Hauptdarsteller abhanden gekommen, und so hatte ich das künstlerische Lebensglück, Dirty Rich Modderfokker der Dritte zu spielen. So einen Text hatte und habe ich nie gesehen und werde ich wohl auch nie wieder sehen. Mit einmaligen Mut, mit Kraft und genialer Leichtigkeit haben die Autoren (außer den genannten noch die Bearbeiter Reichert und Kersten) eine Komposition hingeschmissen, die seither nicht ihresgleichen hat. Als hätten sie die unfassbar dumme und spießige Diskussion über Regietheater antizipiert, erfanden sie Shakespeare einfach neu, ohne ihm im geringsten zu nahe zu treten. Sie machten einfach das, wovon die Theaterheinis alle träumen: Sie waren kreativ (damals konnte man das Wort noch aussprechen, ohne ausgelacht zu werden). Der Bucklige im letzten Teil kauderwelscht sich durch sein Königreich, das ihn erst nicht will, bringt seine Widersacher um und ist am Ende der König der Sprache als Gewalt und als schreckliches Leid. Alles, was in einem Menschen sich sammeln kann an Hass, Schmerz, Liebe, Angst, bricht aus ihm heraus. Es gibt keine Sprachoper, die den letzten 10 Seiten dieses Textes gleicht. Nobel und Geske, der eine einst mein Assistent in Bochum, der andere mein Schüler in Weimar, sind aus dem Holz geschnitzt für diese Wörter. Beide sind sie nicht gefällige Weicheier der neuen Langeweile am Theater geworden, trotz ihrer Umfelder. Beide sind sie raue Burschen, sehr körperlich, männlich. Sie haben das Stadttheater verlassen, weil es Ihnen zu ordentlich zuging: Längst hat ja der jämmerliche Begriff Werktreue die Bühnen heimgesucht und in geriatrische Einrichtungen oder Waldorf-Spielkreise verwandelt. Da passen die 2 nicht hin. Ob sie den Mördertext schaffen, ihn so rausschreien, dass er wehtut, das weiß ich nicht. Dass sie alles dransetzen werden, dass es so wird, das kann ich garantieren.

 

 

 

 

 

In der Reihe ANGRY YOUNG MEN werden die begrenzten Produktionsbedingungen des freien Theaters zum Konzept: In maximal zwei Wochen Probenzeit erarbeiten die Teams Monologe zu den großen Figuren und Themen. Schnell, direkt und ungeschliffen werden die Ergebnisse sein. Rohdiamant oder Scheitern? Auf jeden Fall ein Abenteuer für alle Beteiligten.